Warte, bis es dunkel ist
„Warte, bis es dunkel ist“
Ein spannungsreiches Drama
von Frederick Knotts
Regie: Michael Meisenzahl
Eintrittspreis:
12,00 Euro

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11.10.2019
12.10.2019
19.10.2019
20.10.2019
25.10.2019
27.10.2019
02.11.2019
03.11.2019
08.11.2019
10.11.2019
15.11.2019
22.11.2019
23.11.2019
30.11.2019
06.12.2019
07.12.2019

19:30 Uhr
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18:00 Uhr
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Die Gangster Mike, Carlino und Roat geben in Frederick Knotts spannungsreichem Drama Warte, bis es dunkel ist eine lebensbedrohlich-abgezockte Schmierenkomödie. Denn sie haben es auf eine heroinbefüllte Spielzeugpuppe abgesehen, die der Fotograf Sam Hendrix nach New York eingeflogen hat, weil ihn eine Unbekannte unter einem Vorwand darum bat. Sam ahnt natürlich nichts vom illegalen Inhalt und zu allem Überfluss ist die Pupe auf einmal verschwunden, als sie abgeholt werden soll. Und so beginnt der Raubzug, inszeniert als scheinbar undurchschaubares Täuschungsspiel. Die Gangster locken Sam aus dem Haus. Nun ist Sams Frau, die bei einem Autounfall erblindete Susy, allein. Mike gibt vor, ein alter Freund von Sam zu sein und erschleicht sich so Susys Vertrauen. Mit Hilfe seiner Kumpane spielt er der blinden Susy, mit der die Gangster ein leichtes Spiel zu haben glauben, einen haarsträubenden Krimi vor, um an die Puppe zu gelangen.

Doch Susy riecht Lunte, ändert die Spielregeln und spielt unter ihren eigenen Bedingungen. Sie dunkelt die Wohnung vollständig ab. So ist sie den sehenden Kriminellen überlegen. Ein unerbittlicher Kampf beginnt.

Dauer: 2 Stunden plus Pause

Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin

Darsteller

Susy Hendrix
Sam Hendrix
Gloria
Harry Roat
Mike Talmann
Sergeant Carlino
 
Carolina Hanke
Daniel Ruf
Selina Jäger
Michael Meisenzahl
Janik Havla
Johannes Scheiner


Mitwirkende hinter und vor der Bühne
Maske / Frisuren
Bühnenbild / Aufbauten
Technik / Licht / Ton
"
"
Souffleuse
Kostüme
Requisiten / Inspizienz
Regie
Angelika Nickel
Peter Gsell
Ralf Mahlo
Werner Gasser
Matthias Herrmann
Ulli Seufert
Claudia Bauer
Gudrun Buberl
Michael Meisenzahl
Karten & Infos:

Kartenservice MAHLO
MAHLO telecom
Hauptstr. 30
97753 Karlstadt

Öffnungszeiten:
Mo - Fr.
und
Sa.
9.00 - 12.30
14.00 - 18.00
10.00 - 13.00
Mittwoch Nachmittag
geschlossen
Fotos: Gerd Nickel
MAIN-POST

  Ausgabe Karlstadt
  vom Sonntag, den 13. Oktober 2019

von Günter Roth
Thriller in der Gerbergasse: Die blinde Susy wird bedroht

Der Karlstadter Theaterherbst in der Gerbergasse beschert in diesem Jahr seinen Freunden keine heitere Komödie, sondern Frederick Knotts Kriminalstück "Warte bis es dunkel ist". Während in dem gleichnamigen Thriller von Terrance Young aus dem Jahr 1967 Audrey Hepburn in der Rolle der blinden Susy brillierte, war in der Gerbergasse die junge grandiose Carolina Hanke Mittelpunkt und Seele des Stücks.

Die blinde Susy Hendrick lebt mit ihrem Mann Sam in einem New Yorker Apartment. Als er eines Tages von einer Geschäftsreise eine Puppe mit nach Hause bringt und diese kurz darauf verschwindet, braut sich Unheil über der jungen Frau zusammen. Drei Gangster, Harry Roat (Michael Meisenzahl), Mike Talman (Janik Havla) und "Sergeant Carlino" (Johannes Scheiner), geben sich als Polizisten aus und nutzen die Abwesenheit von Susys Mann und suchen mit steigendem Nachdruck die Puppe, in der ganz offensichtlich Rauschgift versteckt ist. Bald stellt sich heraus, dass das Nachbarmädchen Gloria (Selina Jäger) das Spielzeug an sich genommen und es jetzt im Mülleimer versteckt hat.

Die blinde Susy steht im Mittelpunkt der Handlung

Wie auch im Film fokussiert sich nahezu die gesamte Handlung auf die blinde Susy. Carolina Hanke zeigt überzeugend die Entwicklung von der verzagten und hilflosen Frau zur aktiven, resoluten Hauptfigur, die wegen ihres Handicaps besonders vom Obergangster Roat unterschätzt wird. In kleinen Schritten erlebt der Zuschauer dieses mit: Sie hört, wie Fingerabdrücke abgewischt werden, sie spürt zusätzliche Personen im Raum und sie kann veränderte Stimm-Modulationen interpretieren. Wie, wenn nun beim Show-Down der Gegner auch blind würde? - "Warte bis es dunkel wird!"

Der Herbst-Krimi ist wirklich spannend und von Michael Meisenzahl als Regisseur auch weitgehend bestens in Szene gesetzt. Nur in der ersten Viertelstunde wird die Geduld des Zuschauers arg auf die Probe gestellt. 15 dialoglastige Minuten, eine Fülle von Namen, für die es zunächst keine Bilder gibt und kaum eine Aktion. Dies ist zwar weitgehend dem Autor Knott anzulasten, aber vielleicht hätte man hier den Mut zum Kürzen haben sollen.

Die schauspielerische Leistung der Truppe aber macht das längst wett. Neben der ausgezeichneten Hanke gefällt besonders der "Kleinkriminelle" Janik Havla, perfekt in Sprache und Artikulation sowie sehr differenziert und variationsreich im Spiel. Sein Mitganove, der angebliche Sergeant Carlino glänzt besonders in emotionalen Szenen, in denen er sein Temperament bestens einbringen kann. Pfiffig und scheinbar wunderbar kindlich naiv gibt sich Selina Jäger als Gloria, die dann doch im rechten Moment zur Stelle ist. Obwohl er nur am Anfang und am Schluss zu sehen ist, konnte auch Daniel Ruf als Susys Ehemann gefallen.

Von seiner Rolle her ist dem Obergangster Meisenzahl eigentlich nur der fiese Charakter beschieden, den er im langen schwarzen Mantel und finsterem Blick überzeugend darstellt. Es wäre interessant, diesen ambitionierten Schauspieler einmal in einer facettenreicheren, emotionaleren Rolle zu sehen!

Gegenpol zu den üblichen Lustspielen

Der Thriller "Warte bis es dunkel ist" war gewiss als Experiment, als Gegenpol zu den üblichen Lustspielen gedacht und das begeisterte Premierenpublikum hat letztendlich den Erfolg des Versuchs bestätigt. Es ist ein Weg, den man weitergehen und als Ergänzung zum übrigen Programm sehen sollte. Die junge Gruppe um Michael Meisenzahl könnte dafür gerade richtig sein.

Wie immer schuf Peter Gsell auch diesmal ein großartiges Bühnenbild mit einer umwerfenden Liebe zum Detail, bei dem nicht einmal das berühmte Portrait von Audrey Hepburn mit der ewig langen Zigarettenspitze fehlte. Bestens abgestimmt auch die Arbeit der Beleuchter, die mit gekonntem Lichterwechsel die Sichtweisen der "Sehenden" und der "Blinden" erkennbar machten.

Alles in allem ist das Stück einschließlich der 60er-Jahre Requisite eine schöne Hommage an die "Gute alte Krimizeit" im Stile von Alfred Hitchcock.

Weitere Aufführungen des Stückes gibt es an den kommenden Wochenenden bis einschließlich Samstag, 7. Dezember. Näheres ist der Homepage des Theaters in der Gerbergasse zu entnehmen.